Schon Wochen im Voraus war ich gespannt und freute mich auf meine erste 24h Regatta am Ammersee. Kurz zu meiner Person: Ich heiße Christian, bin 21 Jahre alt und seit dem letzten Jahr Mitglied in der SGU. Nachdem ich zusammen mit Maria im Mai meine erste Regatta überhaupt gesegelt bin, hat mich das Regattafieber so richtig gepackt. Das ist wohl auch Maria nicht entgangen und so wurde ich von Ihr als drittes Mitglied einer noch unvollzähligen Crew für die 24h Regatta vorgeschlagen. Ich war natürlich sofort begeistert! Schon ging es los mit den Vorbereitungen, schließlich würden wir 24 Stunden auf dem See verbringen. Zunächst telefonierte ich mit Ralf, dem das Regattaboot, die Boxing Kangaroo (Jantar 21), gehört. Ralf  klärte mich über die Besonderheiten dieser Regatta auf und erzählte mir von Vorkommnissen seiner beachtlichen 25 Teilnahmen. Natürlich trafen wir uns zuvor noch zum Segeln, dass ich sein Boot kennen und segeln lernen konnte. Als dann der Samstag immer näher rückte, war ich regelmäßig am Abrufen des Wind- und Wetterberichts, in der Hoffnung einigermaßen trockenes Wetter und vor allem guten Wind zu haben. Dann war es so weit. Wir trafen uns um 10 Uhr in Utting, jeder mit viel Ausrüstung und Proviant bepackt. Als ich zum See hinunter ging wurde mir klar, das wird ein richtig guter Regattatag. Sonne und richtig viel Wind, was will man mehr! Doch schon auf der Fahrt zum Start nach St. Alban wurde uns auch bewusst, dass das kein Kaffeesegeln wird, sondern Arbeit, denn der Ammersee hatte sich fast in ein Meer verwandelt, so unruhig war Wasser und Wind. In St. Alban angekommen stärkten wir uns nochmal mit einer Mahlzeit vor dem Start. Immer mehr Boote kamen in den Süden des Sees gesegelt und kreuzten wild vor der Startlinie. Dann pünktlich um 12 Uhr der vierte Schuss. Und los! Ich war sehr begeistert vom Starterfeld, kleine und große Schiffe versuchten zum bestmöglichsten Zeitpunkt an der Line zu sein. Eigentlich ein Wunder dass dabei nichts passiert. Nach dem Start ging es Richtung Norden zur ersten Tonne bei Holzhausen, an Utting vorbei und bei Schondorf um die zweite Tonne und Richtung Herrschinger Bucht. Der Wind war so stark, dass wir teilweise nur mit dem Großsegel fuhren um eine unnötig starke Kränkung und Anfälligkeit gegenüber Böen zu verhindern. Für die erste Runde benötigten wir 3 Stunden, für die zweite ebenso. Nun hofften wir, dass der Wind und die Böen gegen Abend und für die Nacht nachlassen würde, doch dem war nicht so. In der dritten Runde gegen 19 Uhr entschieden wir, schweren Herzens auf Höhe Schondorf, nicht weiter zu Segeln. Das Risiko war uns einfach zu groß in der Nacht die Böen nicht zu sehen, zumal wir mit unserem relativ leichten Schwertboot untertags schon genug zu tun hatten. So machten wir uns auf Deck am Steg noch einen gemütlichen Abend und ließen den dennoch sehr schönen Segeltag ausklingen. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr und hoffe dann die 24 Stunden durchsegeln zu können.

Christian

Link zu Fotos vom SCLL (Veranstalter)