Wie alles begann (Gründungsjahr 1964) – 5. Teil

Spannend waren die ersten Jahre schon, und als Vorsitzender hatte man manches Kreuzlein zu tragen, manche Extra-Stunde für die Gemeinschaft einzulegen. Es gab erbitterte Auseinandersetzungen mit den Behörden, aber es gab noch viel häufiger schöne Stunden auf der SGU-Wiese. Und die Feste der SGU waren schon bald der Geheimtipp für junge Segler am ganzen Ammersee. Die Mischung zwischen bayerischen Schifferlfahrern und „preußischen“ Seglern erwies sich als unglaublich dauerhaft und positiv. Man kann so weit reisen, wie man will: Eine zweite Segler-Gemeinschaft, wie die in Utting, wird man kaum finden. Sie scheint einmalig zu sein. Es gäbe noch viel aus der ersten Zeit zu erzählen. Mir lag daran, zu berichten, wie es zur Gründung der SGU gekommen ist und wie sie die erste Zeit überstand.

Eines Tages musste ich die Vorstandschaft aufgeben, denn es waren neue berufliche Aufgaben auf mich zugekommen. Es war nicht leicht, einen Nachfolger zu finden, aber inzwischen hat die SGU auch dieses Problem „eingeübt“. Sie hat immer gute Vorsitzende gefunden. Ich wurde, ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr es war, zum Kommodore der SGU ernannt. Auf diesen seltenen Ehrentitel bin ich besonders stolz. Es war eine richtige SGU-Zeremonie, mit etwas Gutem zu Essen und zu Trinken, und der Wiggerl Pollinger hat hinter einem Boot gestanden und mit seiner Jagdflinte dreimal Salut geschossen.

 

Nun wird die Segler-Gemeinschaft Utting 25 Jahre alt. Es ist schon unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.

Die Kinder von damals sind selbst Erwachsene geworden, und wenn sie gesunde tatkräftige Menschen wurden, darin lag es vielleicht auch ein bisschen an der SGU.

Ich wünsche der Segler-Gemeinschaft Utting von ganzem Herzen eine gute Zukunft. Möge sie den Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder auf immer bewahren können! Wenn ihr das gelingt, dann besitzt sie etwas, was heutzutage sehr rar geworden ist, nämlich Gemeinsinn, der wahre Geborgenheit und echte Stärke erst ausmacht.

ALBERT HEINE

Im Jahre 1989

 

 

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